{"id":71,"date":"2013-11-15T16:40:21","date_gmt":"2013-11-15T14:40:21","guid":{"rendered":"http:\/\/gerig.de\/de\/?p=71"},"modified":"2014-02-21T12:41:22","modified_gmt":"2014-02-21T11:41:22","slug":"gerhard-winkler","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerig.de\/de\/gerhard-winkler\/","title":{"rendered":"Gerhard Winkler"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/gerig.de\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/Winkler__Gerhard.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-366 alignright\" style=\"margin-top: 2px;margin-bottom: 2px;margin-left: 8px\" alt=\"Winkler__Gerhard\" src=\"http:\/\/gerig.de\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/Winkler__Gerhard.png\" width=\"219\" height=\"300\" \/><\/a>Es ist ja kaum zu glauben: Gerhard Winklers Werkverzeichnis ist ein dickes Buch mit 532 Seiten, beginnend mit der Nummer 1 \u2013 einem kleinen Lied, das Winkler im Alter von sieben Jahren kindlich naiv niederschrieb, betitelt <em><strong>An meinen Buchfink<\/strong><\/em>. Es endet mit der Werknummer 1059 <em><strong>Valse Tanja<\/strong><\/em> aus dem Jahr 1973, seiner Enkelin gewidmet. Das sind nur die datierten Titel. Hinzu kommen rund 350 undatierte Werke. Eine wirklich rekordverd\u00e4chtige Leistung, denn darunter sind viele Melodien, die im wahrsten Sinne des Wortes \u201ehinaus in die Welt\u201c gezogen sind.<\/p>\n<p>Gerhard Winkler war ein Berliner Kind \u2013 genauer gesagt aus Rixdorf, heute Neuk\u00f6lln, damals noch gutb\u00fcrgerliche Vorstadt. Am 12. September 1906 erblickt er das Licht der Welt, und die Eltern setzen alles daran, die fr\u00fchzeitig sichtbar werdende musikalische Begabung ihres Spr\u00f6\u00dflings zu f\u00f6rdern.<\/p>\n<p>Der junge Gerhard verf\u00fcgt \u00fcber eine sch\u00f6ne Knabensopranstimme. Mit zehn Jahren wird er Mitglied des Chores in der Neuk\u00f6llner Christuskirche und sp\u00e4ter darf er sogar mit dem renommierten Berliner Hof- und Domchor auf eine Tournee durch die Schweiz gehen \u2013 eine gro\u00dfe Sache, denn die Lebensverh\u00e4ltnisse sind am Ende des ersten Weltkrieges auch in Berlin alles andere als rosig.\u00a01922 immatrikuliert er sich am Engler\u2018schen Konservatorium, nebenher arbeitet er im Musikverlag Robert R\u00fchle und au\u00dferdem wird seine kammermusikalische Suite \u201eIm Maien\u201c in der Aula des Askanischen Gymnasiums aufgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Als Pianist in verschiedenen Orchestern tingelt er durch Deutschland bis zum Ostseebad Binz auf R\u00fcgen. Er komponiert, arrangiert, kann 1933 seine ersten Titel bei der Schallplatte unterbringen, bis 1936 ein Berliner Kreuzwortr\u00e4tselverleger Winklers <em><strong>Neapolitanisches St\u00e4ndchen<\/strong><\/em> druckt. Es ist das dritte Konzertst\u00fcck einer Serie, die er als <em><strong>Kl\u00e4nge aus aller Welt<\/strong><\/em> bezeichnet. Das <em><strong>Neapolitanische St\u00e4ndchen<\/strong><\/em> schl\u00e4gt alle Rekorde.<\/p>\n<p>Gerhard Winkler in die italienisch-folkloristische Schublade zu stecken w\u00e4re jedoch grundverkehrt. Sein musikalisches Gesamtwerk bietet erstaunliche \u00dcberraschungen. Da gibt es Operetten \u2013 haupts\u00e4chlich in den 50er Jahren wie <em><strong>Premiere in Mailand<\/strong><\/em> oder <em><strong>Die ideale Geliebte<\/strong><\/em>, musikalische Lustspiele wie <em><strong>Herzk\u00f6nig<\/strong><\/em>, das 1946 als einer der ersten deutschen Nachkriegsfilme auch in die Kinos kam, Salonmusik und regelrechten Bigband-Swing.<\/p>\n<p>War Gerhard Winkler schon vor 1945 kein Unbekannter, so ist sein Name seit den <em><strong>Capri-Fischern<\/strong><\/em> in aller Munde. Lange Jahre ist er Deutschlands meistgespielter Unterhaltungskomponist, wie die Statistiken der GEMA \u2013 das ist die \u201eGesellschaft f\u00fcr musikalisches Auff\u00fchrungsrecht\u201c eindrucksvoll belegen. Wer nun glaubt, eine Fernsehshow wie \u201eTraumhochzeit\u201c sei die clevere Erfindung eines privaten TV-Senders, der irrt. Mittlerweile werden gerade die alten Shows wiederholt, und Paare, die l\u00e4ngst wieder geschieden sind, geben sich hier im Fernsehen noch einmal das Jawort. \u2013 Alles schon mal da gewesen, nur nicht im Fernsehen sondern im Rundfunk. \u201eDas ideale Brautpaar\u201c hie\u00df eine der erfolgreichsten Sendereihen, die der damalige Nordwestdeutsche Rundfunk regelm\u00e4\u00dfig ausstrahlte, ein richtiger Stra\u00dfenfeger, der von Jacques K\u00f6nigstein moderiert wurde.<\/p>\n<p>Ein bekannter Musikwissenschaftler hat einmal geschrieben, Gerhard Winkler habe \u201eMusik f\u00fcr aller Gattung Leute geschrieben\u201c, das trifft den Nagel auf den Kopf. Viele seiner Werke sind so bekannt, da\u00df man dar\u00fcber den Namen ihres Komponisten vergessen hat. Aber das ist eigentlich \u2013 so merkw\u00fcrdig es klingt \u2013 das gr\u00f6\u00dfte Kompliment, das man einem Sch\u00f6pfer der leichten Muse machen kann.<\/p>\n<p>Gerhard Winkler war zweimal verheiratet und hat aus zweiter Ehe den Sohn Hans Andreas, der heute in Potsdam seinen k\u00fcnstlerischen Nachlass verwaltet. Winkler lebte \u00fcberwiegend in Berlin und Oberbayern, er starb 1977 in seinem Ferienhaus auf dem Bremberg bei Kempten an den Folgen einer Lungenentz\u00fcndung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000\"><strong>Ver\u00f6ffentlichung:<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Buch <strong>Stimmung und Jux f\u00fcr das ganze Jahr<\/strong><br \/>\n<em>Textbuch mit Stimmungsliedern von Willi Ostermann, Jupp Schmitz, Gerhard Jussenhoven, G\u00fcnter Eilemann, Gerhard Winkler, Heinz Gietz u. v. m.<\/em><br \/>\n(EM 2434; Musikverlage Hans Gerig KG)<\/p>\n<p>Noten <strong>Sch\u00fctt die Sorgen in ein Gl\u00e4schen Wein<\/strong><br \/>\n<em>Klavierstimme<\/em><br \/>\n(Musik: Gerhard Winkler, Text: Erich Meder, EM 480, Musikverlage Hans Gerig KG)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist ja kaum zu glauben: Gerhard Winklers Werkverzeichnis ist ein dickes Buch mit 532 Seiten, beginnend mit der Nummer 1 \u2013 einem kleinen Lied, das Winkler im Alter von sieben Jahren kindlich naiv niederschrieb, betitelt An meinen Buchfink. 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